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Informationen zur Schutzimpfung gegen das Corona-Virus

Liebe Patientinnen und Patienten,

 

leider sind über die Corona-Schutzimpfung widersprüchliche und teils falsche Informationen im Umlauf, die extrem verunsichern können.

Daher möchte ich Ihnen hier einige Fakten zur Impfung nennen:

 

 

1. Ja, ich empfehle die Impfung prinzipiell jedem Patienten

 

Sobald möglich, werde ich mich auch selbst impfen lassen.

 

 

2. Der Impfstoff von Biontech ist ab 16 Jahren zugelassen und sicher

 

Vor der Zulassung wurde der Biontech-Impfstoff an mehr als 21.000 Menschen getestet. Das sind mehr Testpersonen als bei jedem anderen jemals zugelassenen Impfstoff. Es traten wenn überhaupt nur geringe Nebenwirkungen wie Lokalreaktionen (Schmerzen, Rötung, Schwellung an der Einstichstelle) sowie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Erschöpfung für eine kurze Zeitspanne (2-3 Tage) nach der Impfung auf. Bei empfindlichen Personen kam es selten zu allergischen Reaktionen, die medikamentös gut beherrschbar waren. Diese Reaktionen unterscheiden sich nicht von bekannten Impfreaktionen auf gängige Totimpfstoffe wie z.B. die Grippeimpfung.

 

 

3. Nein, der Biontech-Impfstoff verändert nicht Ihr Erbgut

 

Er enthält mRNA, nicht DNA. mRNA ist das gleiche Material, das Erkältungsviren bei einer Infektion in Ihre Zellen einbringen, um sich zu vermehren, ganz ohne Erbgut zu verändern. Diese mRNA  beinhaltet den Bauplan für bestimmte Virusbestandteile. Im Fall des Coronavirus-Impfstoffes  den Bauplan für Hüllproteine des Coronavirus und nicht den Bauplan für das komplette Virus. Die Körperzellen produzieren so diese Hüllproteine und schleusen sie aus der Zelle aus. Daraufhin wird unser Immunsystem aktiv und bildet Antikörper gegen diese Hüllproteine. Die mRNA wird nach Verwendung des Bauplans in der Zelle wieder abgebaut.

 

Die gesamte Impfstoffstudie und ihre Ergebnisse wurden im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht und können über das Internet („NEJM“ und „Corona“ googeln) frei eingesehen werden.

 

 

4. Die Impfung ist freiwillig

 

Niemand wird zur Impfung gezwungen. Eine Herdenimmunität erreichen wir aber erst, wenn sich mindestens 60-70% der Bevölkerung impfen lassen. Daher ist jeder Bürger dazu aufgerufen, sich entsprechend seiner Zugehörigkeit zu einer der Risikogruppen impfen zu lassen.

 

 

5. Der mRNA-Impfstoff ist hochempfindlich

 

Daher bestehen spezielle Kühlanforderungen (Lagerung und Transport bei -70°C). Der Impfstoff kann daher nur in speziellen Impfzentren und durch spezielle Impfteams (für Alten- und Pflegeheime) verimpft werden.

 

 

6. Sie können selbst einen Impftermin buchen

 

Die Terminbuchung kann sowohl online unter www.impfen.saarland.de, als auch telefonisch über die Hotline 0681 5014422 erfolgen. Dabei wird mit der Buchung des ersten Termins auch der Folgetermin zur Zweitimpfung vergeben. Eine Impfung kann nur nach vorheriger Terminvereinbarung erfolgen. Aktuell können nur Personen einen Impftermin vereinbaren, die zur 1. Gruppe (s.u.) gehören.

 

Das Impfzentrum West befindet sich in Saarlouis im Industriegebiet Metzer Wiesen in dem ehemaligen Gebäude der Braun-CARTEC in der Fasanenallee 30.

 

 

7. Die Vergabe des Impfstoffs erfolgt nach Risikogruppen

 

Diese Aufteilung stammt vom Bundesgesundheitsministerium und beruht auf Empfehlungen der STIKO (ständigen Impfkommission):

 

Zur 1. Gruppe gehören Bewohner/innen von Senioren- und Altenpflegeheimen, Personen ab 80 Jahren, Personal mit hohem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen sowie Pflegepersonal in der ambulanten und stationären Altenpflege.

 

Zur 2. Gruppe gehören Personen ab 70 Jahre, Personen mit Trisomie 21, Demenz oder nach Organtransplantation, enge Kontaktpersonen von über 80-Jährigen, Kontaktpersonen von Schwangeren, Beschäftigte in Behinderteneinrichtungen, Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen inclusive Ärzte und MFA mit regelmäßigem Patientenkontakt, Polizei- und Ordnungskräfte, Mitarbeiter von Flüchtlingseinrichtungen

 

Zur 3. Gruppe gehören Personen über 60 sowie Menschen mit folgenden Erkrankungen: Adipositas, chron. Nieren- oder Lebererkrankungen, Immundefizienz, HIV-Infektion, Diabetes mellitus, Herzerkrankungen, Schlaganfall, Krebs COPD oder Asthma bronchiale, Autoimmunerkrankungen und Rheuma, Beschäftigte in Laboren,

 

Personen in gesellschaftsrelevanter Position  für das öffentliche Leben sowie in relevanter Position in Unternehmen der kritischen Infrastruktur, Erzieher/-innen und Lehrer/-innen sowie Personen mit prekären Arbeits- und Lebensbedingungen

 

Die Priorisierungsempfehlung hat nur solange Gültigkeit, bis genügend Impfstoff verfügbar ist. Mittelfristig ist es das Ziel, allen Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu einer Impfung gegen COVID-19 anbieten zu können.

 

Schwangere und Kinder unter 16 Jahre sind aktuell noch von einer Impfung gegen Corona ausgeschlossen, da es noch keine ausreichenden Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes für diese Personengruppen gibt.

 

 

8. Der Umfang des Impfschutzes

 

Ob die Impfung vollständig vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützt, ist noch unklar. Es gilt aber als sicher, dass im Falle einer Ansteckung nach erfolgter Impfung ein Schutz vor schweren, potenziell tödlichen Verläufen der Coronavirusinfektion besteht. Es ist noch unklar wie lange der Impfschutz anhält. Es ist möglich, dass eine jährliche Impfung wie gegen Influenza erforderlich ist.

 

Es ist nicht bekannt, ob Sie nach erfolgreicher Impfung bei Kontakt mit einem Corona-Infizierten die Erkrankung an andere Personen weitergeben können, obwohl Sie selbst nicht daran erkranken. Daher sollten Sie solange diese Frage nicht geklärt ist weiterhin die AHA+L-Regeln befolgen.

 

 

9. Die Impfung ist für Sie kostenlos

 

 

10. Biontech oder Moderna?

 

Bei den Impfstoffen von den Firmen Biontech und Moderna handelt es sich (bei beiden) um mRNA-Impfstoffe, die das Erbgut NICHT verändern.

 

 

Diese Informationen und meine Empfehlungen entsprechen dem aktuellen wissenschaftlichen Stand und sind frei von wirtschaftlichen Interessen sowie irgendwelchen Verschwörungstheorien. Ich verdiene an dieser Information keinen Cent.

 

Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich gerne an mich oder mein Team.

 

Ihre Hausärztin Kerstin Baier-Thönes mit Praxisteam

 

 

Saarlouis, den 12. Januar 2021

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