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Patienteninformationen zum neuen Coronavirus SARS-CoV-2

Aktuell kommt es saisonal bedingt zu einem erhöhten Aufkommen von Infektionen der oberen Atemwege. Die meisten dieser Erkrankungen verlaufen harmlos und sind auf eine Infektion mit „normalen“ Erkältungsviren zurückzuführen.

 

Bei schwerwiegenderen Symptomen, vor allem bei Auftreten von hohem Fieber (> 39°C) und starkem Krankheitsgefühl mit Kopf- und Gliederschmerzen als Hauptsymptomen, kann auch eine Influenza-Infektion dahinter stecken. Hierbei können auch Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Ohrenschmerzen etc. bestehen, diese stehen aber nicht im Vordergrund der Beschwerdesymptomatik.

 

Aufgrund der weltweit zunehmenden Zahl an Infektionen mit dem Coronavirus SARS CoV-2 steigt auch hierzulande das Risiko für eine Infektion mit diesem Erreger. Das Robert-Koch-Institut schätzt die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland aktuell als mäßig ein. Eine weitere Ausbreitung des Erregers weltweit gilt aber als wahrscheinlich. Die Auswirkungen werden als vergleichbar mit einer schweren Grippewelle eingeschätzt. Das Virus ist vor allem für Schwerkranke und Immungeschwächte sowie Ältere potenziell gefährlich, da er bei diesen Personen schwere Verläufe mit Lungenentzündungen bis hin zum Tod auslösen kann.

 

Mögliche Symptome einer Infektion mit SARS-CoV-2 sind:

 

Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber, in einigen Fällen treten auch Durchfälle auf, es handelt sich somit um die typischen Beschwerden sämtlicher Infektionen der oberen Atemwege. Daher müssen zusätzlich zu diesen Symptomen weitere Kriterien erfüllt sein, um den Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus stellen zu können:

 

  1. Zusätzlich stattgefundener Kontakt zu einem bestätigten Fall einer Coronavirusinfektion bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn
  2. Zusätzlich erfolgter Aufenthalt in Risikogebieten bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn
  3. Zusätzlich stattgehabter Aufenthalt in Regionen mit bestätigten Coronavirusinfektionen oder Kontakt zu einem unbestätigten, aber als wahrscheinlich geltenden Falles (erkrankt, ausstehendes Testergebnis) bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn
  4. Vorliegen klinischer oder röntgenologischer Hinweise auf eine Virus-bedingte Lungenentzündung ohne Alternativdiagnose und ohne erfassbares Expositionsrisiko.

 

Die meisten Erkrankungen mit dem neuartigen Coronavirus verlaufen mild und es erfolgt eine rein symptomatische Therapie wie bei anderen viralen Infekten der oberen Atemwege inklusive der Influenza. Eine spezifische, d.h. gegen das Coronavirus selbst gerichtete Therapie steht derzeit nicht zur Verfügung. Gleiches gilt für einen entsprechenden Impfstoff. Es wird mit Hochdruck an der Entwicklung eines solchen Impfstoffes gearbeitet.

 

Bei schweren Verläufen (schwere Lungenentzündungen) einer Infektion mit SARS-CoV-2  ist ggfs. eine stationäre Therapie im Krankenhaus mit unterstützender Gabe von Sauerstoff und eine systemische antivirale Therapie erforderlich.

 

Die Übertragung des Erregers erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, anschließendes Händeschütteln oder weiterer enger Kontakt) über Schleimhäute und Augen, fraglich auch über den Stuhl Infizierter.

 

Hygienemaßnahmen und Abstand zu Erkrankten sind der beste Schutz

 

Aus diesem Grund sollten zum Schutz vor Infektionen entsprechende Hygienemaßnahmen wie gründliches und regelmäßiges Händewaschen, Abstandhalten zu Erkrankten, das Niesen und Husten in die Ellenbeuge oder in ein Einmaltaschentuch, Fernhalten der Hände vom Gesicht eingehalten werden.

 

Eine Übertragung über unbelebte Oberflächen wie importierte Waren, Postsendungen oder Gepäck wurde bisher nicht festgestellt und gilt als unwahrscheinlich.

 

Es wird derzeit von einer Inkubationszeit von ca. 14 Tagen ausgegangen, in der ein Infizierter das Virus in sich trägt, aber selbst noch keine Krankheitszeichen aufweist. In dieser Zeit ist er jedoch potenziell schon ansteckend.

 

Das Tragen eines Mund-Nasenschutzes (z. B. chirurgischer Mundschutz) ist nur für Personen mit akuter Atemwegsinfektion sinnvoll, die sich im öffentlichen Raum bewegen müssen, z. B. um eine Arztpraxis aufzusuchen. Dieser sollte korrekt sitzen, nämlich eng anliegend über Mund und Nase und bei Durchfeuchtung gewechselt werden.

 

Es gibt keine Hinweise dafür, dass das prophylaktische Tragen eines Mund-Nasenschutzes das Risiko für eine Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, verringert. Stattdessen kann  ein falsches Sicherheitsgefühl hieraus resultieren, sodass wichtige Hygienemaßnahmen wie eine gute Händehygiene vernachlässigt werden. Das RKI weist explizit daraufhin, dass in solchen Fällen (geringer Verdacht) das Tragen eines chirurgischen Mund-Nasen-Schutzes ausreichend ist und nicht zwingend eine FFP2-Maske erforderlich ist. Diese sind aktuell fast überall ausverkauft.

 

Um die weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland soweit wie möglich einzudämmen, ist es notwendig, dass Kontaktpersonen zu Infizierten möglichst lückenlos identifiziert und für 14 Tage (die mögliche Inkubationszeit, in der man bereits infiziert und auch ansteckend ist, aber selbst noch keine Symptome aufweist) in häuslicher Quarantäne beobachtet werden (täglicher zumindest telefonischer Kontakt des Gesundheitsamtes mit den Betroffenen). Beim Auftreten von Krankheitszeichen können so umgehend entsprechende medizinische Maßnahmen je nach Erfordernis ergriffen werden. Die Quarantäne soll eine weitere Ausbreitung der Erkrankung verhindern. Zu entsprechenden notwendigen Hygienemaßnahmen während der Quarantänemaßnahme werden die Betroffenen dann individuell vom Gesundheitsamt beraten.

 

Gesundheitsempfehlungen zu geplanten Auslandsreisen werden vom Auswärtigen Amt gegeben. Aktuelle Informationen zur Sicherheitssituation in einzelnen betroffenen Ländern sind auf den Länderseiten des Auswärtigen Amtes einzusehen und sollten vor einer geplanten Reise in ein potenziell betroffenes Land berücksichtigt werden.

 

Handlungsanweisungen bei Infektionsverdacht:

 

Ob das Tragen eines Mund-Nasenschutzes bei Ihnen erforderlich ist, sollten Sie vorab telefonisch in der Arztpraxis erfragen.

 

Bitte bleiben Sie bei Erkrankungsverdacht zuhause und kontaktieren, falls erforderlich, ihre Arztpraxis oder das Gesundheitsamt telefonisch.

 

  • Bei leichten Beschwerden und fehlendem dringlichem Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus  (fehlender direkter Kontakt oder Aufenthalt im Risiskogebiet)  besteht keine Notwendigkeit für eine Vorstellung in der Praxis, eine rein symptomatische Therapie sowie ein Auskurieren im häuslichen Umfeld sind ausreichend. Sind die Patienten dennoch sehr besorgt, am Coronavirus erkrankt zu sein, sollen sie bitte Kontakt zum örtlichen Gesundheitsamt aufnehmen (Kontaktdaten siehe Anhang).

  • Bei schwerwiegenderen Symptomen eines Infektes der oberen Atemwege inklusive Fieber ohne dringlichen Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus (fehlender direkter Kontakt oder Aufenthalt im Risiskogebiet), werden die betroffenen Patienten zum Ende der Sprechzeit (ggfs. 12- 13 Uhr) in die Praxis einbestellt, um eine Ansteckung der "nicht erkrankten“ Patienten zu vermeiden. Um das Praxispersonal vor einer möglichen Ansteckung zu schützen, sollen die Patienten einen entsprechenden Mund-Nasenschutz (z.B. chirurgischer Mundschutz, falls vorhanden auch FFP2-Maske) auf dem Weg zur Praxis und in der Praxis  tragen.

  • Patienten mit dringlichem Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus sollen sich direkt an das zuständige Gesundheitsamt wenden (Kontaktdaten siehe Anhang) und nicht in die Praxis kommen. Ein dringender Verdacht besteht bei Patienten mit Symptomen eines Infektes der oberen Atemwege und Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn oder Aufenthalt in einem Risikogebiet (siehe Anhang) bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn oder Kontakt zu einem unbestätigten Verdachtsfall, der symptomatisch ist mit ausstehendem Testergebnis.

  • Personen, die einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 im Labor nachgewiesen wurde, sollen unverzüglich – auch wenn keine Krankheitszeichen vorliegen – Kontakt zum zuständigen Gesundheitsamt aufnehmen (siehe Anhang).

  • Personen, die sich in einem vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebiet (siehe Anhang) aufgehalten haben, sollen auch, wenn sie keine Krankheitszeichen aufweisen, sich für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben und beim Auftreten von Krankheitszeichen (siehe oben) telefonisch Kontakt mit der Arztpraxis und dem Gesundheitsamt aufnehmen.

  • Personen, die vor kurzem an einem Ort waren, der aktuell unter Quarantäne gestellt wurde, sollten sich zunächst über die Medien über die genaueren Umstände der verhängten Quarantäne informieren. Ist der eigene Aufenthalt mehr als 14 Tage her ohne dass man Krankheitszeichen entwickelt hat oder ist der „Erkrankte“, weswegen die Quarantäne verhängt wurde erst nach der eigenen Abreise angereist, so besteht kein Infektionsrisiko. Sollte dennoch weiterhin Anlass zur Sorge bestehen, dass eine Ansteckung stattgefunden haben könnte, sollte telefonisch Kontakt zum zuständigen Gesundheitsamt aufgenommen werden (Kontaktdaten siehe Anhang). Hier wird dann das persönliche Risiko weiter eingegrenzt und entsprechende Handlungsempfehlungen gegeben.

Anhang

 

1. Kontaktdaten Gesundheitsamt:

 

Gesundheitsamt Saarlouis (zuständig für den Landkreis Saarlouis)

Choisyring 5

66740 Saarlouis

 

 Tel.-Nr.:  06831-444 700

 Fax-Nr.: 06831-444 722

 E-Mail: gesundheitsamt@kreis-saarlouis.de

 

Öffnungszeiten: Mo - Fr 8:30 Uhr - 12 Uhr und 13:30 Uhr - 15:30 Uhr

Außerhalb der Öffnungszeiten/Dienstzeiten kann man sich bei offenen Fragen bezüglich der Falldefinition des RKI sowie der Festlegung des weiteren Vorgehens an das Lagezentrum der Polizei beim Innenministerium unter der Tel-Nr.: 0681-962-5633 wenden.

 

2. aktuelle Risikogebiete (Stand 23.04.2020):

 

Da es sich inzwischen um eine weltweite Pandemie handelt, werden keine gesonderten Risikogebiete mehr ausgewiesen.

 

3. Infotelefon zum Coronavirus des Landkreises Saarlouis:
Tel.-Nr.: 06831-444 66 55 (täglich von 8 bis 18 Uhr)

https://www.kreis-saarlouis.de/Aktuelles/Wichtige-Informationen-zum-Coronavirus.html?

 

4. Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums:

Tel.-Nr.: 030-346 465 100

 

5. Informationshotline zum Coronavirus des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie:

Tel.-Nr.: 0681-501-4422 (Mo.-Fr. von 9:00 bis 15:00 Uhr)

 

6. Unabhängige Patientenberatung Deutschland:

Tel.-Nr.: 0800-011 77 22

 

 

Weiterführende Informationen und Schutzmaßnahmen zum Thema finden Sie hier:

 

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

 

https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov-2.html

 

https://www.saarland.de/SID-6C28CB07-4ADD5AFB/corona.htm

 

Wir wünschen Ihnen, dass Sie gesund durch die aktuelle Grippesaison und drohende Coronavirus-Epidemie kommen.

Ihr Team der Hausarztpraxis Baier-Thönes

 

 

Stand: 15. März 2020

 

 

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